Winzig kleine Spinne… oder: Die andere Seite des Landlebens

Ich habe panische Angst vor Spinnen. Furchtbar panische Angst. Das ist eine suuuuper Voraussetzung, um aufs Land zu ziehen, nicht wahr?

Als wir unseren Geräteschuppen besichtigt haben, saß so ein furchtbar dickes Ding in einem Eimer direkt neben dem Eingang. Ich weiß nicht mehr, wie ich aus dem Schuppen gekommen bin…

Als der Herr Papa das Gewächshaus aufgeräumt hat, bat ich ihn, die Spinnweben, die sich noch überall an den Wänden befanden wegzumachen. Er bewaffnete sich mit einem Wasserschlauch, um alles abzuspritzen.  Er hat Stein und Bein geschworen, dass er im ganzen Gewächshaus während der ganzen Entrümpelungsaktion nicht eine Spinne gesehen hat. Dummerweise habe ich beim Spinnwebenbeseitigen zugesehen. Und irgendwo hatte es sich ein Riesenexemplar in einer Ecke gemütlich gemacht und fühlte sich bis dato gestört… Ich habe zwei Wochen gebraucht, bis ich das Gewächshaus wieder betreten konnte, ohne in Schweiß und Zittern auszubrechen.

Es gibt da ja unterschiedliche Exemplare. Mit den Zitterspinnen kann ich mittlerweile ganz gut leben. Die verschwinden im Staubsauger. Ohne viel Tamtam. Das hat gedauert, aber jetzt kann ich damit ganz gut umgehen. Die sitzen auch immer in der Waschküche neben der Waschmaschine und da kann ich sie sogar sitzen lassen.
Schlimmer wird es, wenn die Spinnen wirklich schwarz sind. Da ist der Grad der Angst dann von der Größe abhängig. Es gibt da so kleine, die ganz schnell sind und irgendwie auch springen können. Die sehen wie gepanzert aus und sind echt nur einen halben Zentimeter groß. Die gehen mittlerweile auch. Ich erschrecke mich nur immer furchtbar, wenn ich mit so etwas nicht rechne und auf einmal macht da etwas vor mir so unkoordinierte Bewegungen.

Dann gibt es da schwarze Arten, die sind so 1 bis 1,5 cm groß und einfach nur ekelig. Von diesen habe ich in letzter Zeit viele gesehen. Unter zwei Spinnen pro Tag läuft hier im Moment nichts! Meist sind es halt diese Winzlinge oder die oben erwähnten Zitterspinnen. Aber bei den anderen wird es mir halt mulmig und ich kann nur schwer einen spitzen Schreckensschrei unterdrücken. Einmal tarnte sich eine als Astloch an der Deckenvertäfelung, eine andere suchte sich gerade ein Plätzchen an der Wand hinter unserem Bett, als wir schlafen wollten. Die Nächste hattte sich in der Waschschüssel der Kleinen auf dem Wickeltisch selbst ertränkt und heute hatte sich eine im Bücherstapel im Abstellraum versteckt. Die in der Waschküche habe ich ignoriert, sonst könnte ich keine Wäsche mehr waschen und die, die letztens durch die Küche huschte, hat der Herr Papa festgehalten:

Wie gesagt, groß sind die nicht, aber ich mag sie nicht. Zum Vergleich: sie nehmen zwei bis drei Kästchen auf einem karierten Block ein.

Mittlerweile haben wir Fliegengitter an den Fenstern angebracht und es ist etwas besser geworden. Doch den schlimmsten Schock habe ich Pfingstmontag bekommen, als ich morgends kurz ins Bad wollte. Ich hatte eigentlich vor, den Herrn Papa mal in Ruhe auschlafen zu lassen und schon mal das Frühstück zuzubereiten, doch bei der Lautstärke meines Schreis war ihm das Weiterschlafen leider spontan nicht mehr möglich. Gesehen habe ich das hier (und bitte beachtet die Größe des Abflusses, um euch die reale Größe der Spinne vozustellen):

Mir läuft immernoch ein Schauer über den Rücken, wenn ich dieses Bild sehe! Ein so großes Exemplar habe ich eher selten gesehen. Und da war dann auf einmal  die 1,5 cm große Spinne, die es sich zeitgleich im Küchenspülstein gemütlich gemacht hatte nicht mehr so schlimm. Ich habe sie einfach weggespült.

Merke: Alles ist relativ. Trotzdem wüsste ich gerne, wie ich diese Panik überwinden kann. Ich bin sicher kein gutes Vorbild für meine Tochter, wenn ich beim Anblick größerer Spinnen jedesmal halb Bloghusen zusammenschreie. Und was mich auch interessieren würde: Hat mal jemand eine Studie gemacht zum Überleben von Spinnen nachdem man sie in den Staubsauger gesaugt hat?

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter auf dem Land, Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Winzig kleine Spinne… oder: Die andere Seite des Landlebens

  1. schredder schreibt:

    Spinnen sind ein gutes Zeichen, dass es in Eurem Haus wenig Schadstoffe gibt. Die großen Schwarzen ernähren sich gerne von Kellerasseln. und sind aktive Räuber, d.h. sie bauen kein Netz, höchstens Höhlen. Ergo: sie ziehen umher. Zitterspinnen kann man prima im staubsauger verschwinden lassen, weil die so fragil sind. Andere Spinnen sind da meist etwas robuster und man sollte evtl den Staubsauger ne weile nachlaufen lassen. Es gibt auch kleine ausspinnen die senkrecht angeordnete mandibeln haben, sie sind eine der wenigen die gift absondern beim Biss. Aber das ist für den Menschen nicht gefährlich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s