Lauferlebnisse

Ich bin frustriert.

Seit wir in Bloghusen wohnen, habe ich ca. 4 kg Gewicht zugelegt. Grmpf! Wie ist das passiert? Esse ich zu viel, bewege ich mich zu wenig? Wie immer wird es wohl ein Mix aus beidem sein. Da wir noch kein richtiges Wohnzimmer haben, sitze ich immer in der Küche und da ist es schwierig, den ganzen Versuchungen zu widerstehen bzw. einfach, mal eben an den Kühlschrank zu gehen, um sich einen Joghurt zu holen. Außerdem waren wir in der Stadt doch fast jeden Tag unterwegs, um irgendwas zu besorgen oder sind einmal die Woche eine etwas längere Strecke zu einem Kurs gelaufen. Zudem muss mein Kind nicht mehr getragen werden. Vom einen Tag auf den anderen. Das macht sich wohl auch in der Energiebilanz des Tages bemerkbar, wenn man nicht mehr zwei Stunden am Tag 10 kg durch die Gegend trägt. Und ein einstündiger „Spaziergang“ pro Tag mit einem kleinen Kind reisst dann auch nicht mehr so viel.

Naja, jedenfalls hatte ich nun die glorreiche Idee, endlich mal den Kinderwagen zum Jogger umzubauen, sprich: das Vorderrad zu wechseln und mich auf den Weg zu machen. Wozu hat man schließlich so viel Geld für einen Kinderwagen ausgegeben? Unser Kinderwagen, also das Vorderrad, ist mit einem sogenannten Schnellspannsystem ausgestattet, sodass man innerhalb kürzester Zeit das Vorderrad vom wendigen Cityrad auf das Joggerrad wechseln kann. Soviel zur Theorie. In der Praxis bekomme ich den Schnellspanner nicht gelöst. Haben sich so viele Muskeln abgebaut? Glücklicherweise war der Herr Papa zur Stelle, um mir das Joggerrad anzubringen. So war nun der Plan, gestern Abend, während der Herr Papa unterwegs war, das Kind im Jogger spazieren zu fahren, in der Hoffnung, dass das Kind einschläft. Soviel zur Theorie… Es fing an, zu regnen.

Mein Kind hasst die Regenplane des Kinderwagens. Sie schreit. Ich kann mir einen schöneren Sport-Start nach fast zwei Jahren Abstinenz vorstellen, als mit einem schreienden Kind durch den Regen zu joggen.

Gut. Den Start habe ich also auf heute morgen verlegt. Ich gehe sowieso viel lieber morgens laufen. Das Kind also warm eingepackt, mit einer Fruchtschnitte als Frühstücksersatz versorgt, die Laufschuhe geschnürt und los ging es.

Bei uns im Ort kommt Freitags die Müllabfuhr. Leider stellen die Müllmänner die Tonnen nicht zurück an den Straßenrand, sondern lassen die Tonnen mitten auf dem Gehweg stehen. So wurde unser Lauf zu einem Slalomparcours. Ein anderer Mensch hat den Gehweg als Abstellplatz für sein Motorrad benutzt, von diversen Autos wurde der Gehweg als Parkplatz genutzt, sodass ich dort auf die Straße ausweichen musste. Schade. Glücklicherweise wohnen wir ja auf dem Land und hier ist nicht sooo viel Verkehr.

Und dann war da noch das Joggerrad. Der Kinderwagen hatte einen stetigen Drall nach rechts und das Gegenlenken viel echt schwer. Ich habe unterwegs bestimmt viermal gestoppt, um zu versuchen, das Rad irgendwie gerade zu bekommen. Ich bin an dem Schnellspanner verzweifelt. Ich werde wohl mal den Hersteller anrufen und fragen, ob es da einen Trick gibt, das Rad gerade einzustellen. Vielleicht habe ich in der Anleitung irgendwas übersehen. Zuletzt hatten wir dann einen Linksdrall und ich hatte keine Lust mehr.

Am frustrierendsten aber war, dass mich nach gut einem Kilometer meine Kondition verließ. Wenn man davon überhaupt schon sprechen kann. Oh mann, was habe ich abgebaut! Ich war noch nie ein guter Läufer, aber es hat mir Spaß gemacht , trotz Schneckentempo. Ich werde also wieder mit Laufen und abwechselndem Gehen anfangen müssen, um überhaupt reinzukommen. Es war wohl auch ein wenig blauäugig von mir, zu denken, dass ich gleich eine Strecke am Stück schaffe.

Nachdem ich also den größten Teil der Strecke gehenderweise zurückgelegt habe, bin ich doch ordentlich durchgeschwitzt zu Hause angekommen. Dem Kind hat es wohl gefallen, mal wieder durch die Gegend kutschiert zu werden und die Landschaft hat für etwas Entschädigung für den Frust gesorgt. Nun sitze ich hier allerdings stinkenderweise und überlege, wie ich mich wieder frisch bekomme, ohne das Kind dabei aus den Augen zu verlieren. Geduscht habe ich bisher immer, wenn ich jemanden zum aufpassen hatte, oder ganz schnell, wenn sie geschlafen hat. Aber bis heute Mittag möchte ich eigentlich ungern warten. So werde ich also das zweite Projekt für heute starten: duschen und hoffen, dass das Kind in der Zeit keine Dummheiten macht.

In Zukunft werde ich also meine Nahrungszufuhr einschränken müssen und mich mal wieder mehr bewegen. Mal schauen, wie lange die Motivation anhält und wie lange es dauert, bis die Glückshormone beim Laufen wieder ausgeschüttet werden.

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