Rücksichtslose Mitmenschen

Neulich erzählte der Herr Papa mir folgendes:
Er kam nach einem langen Tag nach Hause, stand mit diversen Taschen bepackt vor der Tür und suchte seinen Schlüssel. Just in dem Moment öffnete sich die Tür und eine Nachbarin kam heraus. Sie ließ die Tür zuknallen und entfernte sich.
Darauf ich:
„Oh, das muss die neue Nachbarin gewesen sein, die mir letztens die Tür vor der Nase zu geknallt hat, als ich mit dem Kinderwagen ankam und der ich noch freundlich drei Meter vor der Haustür ein „Guten Tag“ zugenickt habe.“ Boah, war ich sauer!
Der Herr Papa ist ein sehr verständnisvoller Zeitgenosse. Er regt sich selten auf und versucht immer, gute Begründungen für so ein Verhalten zu finden: Vielleicht war sie in Eile, in Gedanken, hat einen schlechten Tag, vielleicht ist ihr Hamster gestorben…. Puh, er macht es mir schwer mit diesen Aussagen.

Er hat ja recht. Irgendwas ist immer, aber müssen so viele Menschen immer dann einen schlechten Tag haben, wenn ich gerade unterwegs bin? Andauernd wird mir die Tür eines Geschäftes direkt vor der Nase zugeworfen, teilweise kracht sie an den Kinderwagen, weil die Leute mich noch kurz vor der Tür überholen. Es geht auch grundsätzlich niemand aus dem Weg, wenn man irgendwo mit einem Kinderwagen herschiebt. Das ärgert mich.
Heute morgen hatte ich dann das nächste Erlebnis mit unserer netten Nachbarin: Ich hatte meine Tochter gerade in den Kinderwagen gesetzt, da kommt sie die Treppe herunter. Ich fahre extra ein Stück zur Seite, um sie vorbei zu lassen (Ich hätte auch weitermachen können und vor ihr die letzten Stufen zur Haustür herunterschieben können). Sie macht die Haustür einen Spalt auf, schlüpft durch und verschwindet, mir knallt mal wieder die Tür vor der Nase zu! Ich konnte nicht anders, als ihr ein lautes „Herzlichen Dank“ hinterherzuschmettern.
Warum muss ich mich immer so aufregen?

Immer noch vor mich hin grummelnd laufe ich in die Stadt zum Drogeriemarkt meines Vertrauens, manövriere den Kinderwagen von einem Schatten zum nächsten, damit mein Kind nicht meckert, weil ihm die Sonne ins Gesicht scheint. Als ich gerade dicht an einem Schaufenster vorbeifahre, bleibt ein paar Meter vor mir ein älterer Herr ca. drei Meter vor eben diesem Schaufenster stehen, sieht mich an, grinst und sagt: „Damit Sie nicht in die Sonne fahren müssen, sonst ist die Kleine doch ganz geblendet.“
Ich hätte ihn knutschen können!

Vielen Dank nochmal für die Rettung des Tages lieber Herr!

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